Portfolio
Zwölf Unternehmen, eine gemeinsame Produktlogik
Die abonnierbare B2B-Plattform verband Distributoren mit ihren Herstellerpartnern. Ihre genossenschaftliche Organisation brachte viele gleichberechtigte Stimmen und unterschiedliche Vorstellungen von der Produktwelt mit. Ich gestaltete den Prozess, in dem diese Perspektiven zu einer gemeinsamen Informationsarchitektur zusammengeführt und anschließend auf Findbarkeit geprüft wurden. Die Aufgabe verband fachliche Strukturierung mit Moderation: Jede Perspektive hatte ihren Platz, aber nicht jede konnte die Hauptnavigation werden.
Prozess
Phase 01
Die Perspektiven sortieren
Ich erschloss den Problemraum, erfasste die beteiligten Stakeholder und konzipierte die Workshops. Ziel war ein Verfahren, in dem sich Unterschiede bearbeiten ließen und aus den Gesprächen eine konkrete Struktur entstehen konnte.
Phase 02
Prioritäten greifbar machen
In sechs Workshops mit mehr als 20 Beteiligten aus zwölf Unternehmen ordneten wir die Produktwelt auf übergeordneter und detaillierter Ebene. Die Buchdeckel-Methode half dabei, zwischen einer knappen Kernaussage und ergänzender Information zu unterscheiden. Begrenzter Platz machte Prioritäten verhandelbar.
Phase 03
Aus Ergebnissen eine Architektur entwickeln
Ich konsolidierte die Ergebnisse und leitete daraus Informationsarchitektur, Navigation und Seitenstruktur ab. Damit wurden die vielen Einzelbeiträge zu einem zusammenhängenden Vorschlag, den wir prüfen und gemeinsam weiterbearbeiten konnten.
Phase 04
Die Struktur überprüfen
Mit den Stakeholdern entwickelte ich Szenarien und Aufgaben für einen Treetest mit 20 Personen. Dabei wurde die vorgeschlagene Hierarchie auf Findbarkeit geprüft. Die Ergebnisse zeigten Erwartungen, die wir in den Workshops nicht ausreichend berücksichtigt hatten.
Phase 05
Befunde in Änderungen übersetzen
Ich wertete die Ergebnisse aus, leitete Anpassungen an der Architektur ab und stellte sie den Stakeholdern vor. Die finale Struktur berücksichtigte damit sowohl die fachlichen Anforderungen als auch die im Test erkennbaren Orientierungsschwierigkeiten.
Methoden
Gruppierungen sichtbar machen
Card Sorting half, Zusammenhänge und unterschiedliche Ordnungsvorstellungen offenzulegen. Die Sicht der beteiligten Fachleute wurde anschließend durch den Treetest ergänzt.
Informationshierarchie aushandeln
Buchrücken, Titel und Rückseite gaben der Priorisierungsdiskussion einen konkreten Rahmen. Nicht alles konnte überall gleich wichtig sein.
Findbarkeit prüfen
Der Treetest prüfte die Hierarchie unabhängig von ihrer visuellen Ausgestaltung. Er lieferte Anhaltspunkte für konkrete strukturelle Korrekturen.
Gemeinsame Entscheidungen ermöglichen
Die Moderation hielt unterschiedliche Interessen im Gespräch und führte sie in einen gemeinsamen Vorschlag über. Der Test gab der anschließenden Diskussion einen zusätzlichen Bezugspunkt.
Ergebnis
Das Ergebnis war eine ausgearbeitete Informationsarchitektur einschließlich Navigation und Seitenstruktur, überarbeitet auf Basis des Treetests und mit den Stakeholdern abgestimmt. Mein Beitrag reichte vom Workshop-Design über Moderation und Synthese bis zur Auswertung und finalen Struktur. Der Case belegt eine gemeinsame, geprüfte Entscheidungsgrundlage; Aussagen zur späteren Nutzung oder wirtschaftlichen Wirkung lassen sich daraus nicht ableiten.